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Heute Kollege – morgen Chef

Ein junger Mann soll als einer von sechs Technikern die Nachfolge eines entlassenen Teamleiters übernehmen. Das ist eine tolle Chance für ihn! Er hat aber Sorgen, ob er es schafft, den Rollenwechsel zu bewältigen. Hilfreiche Schritte in die neue Rolle sind z.B.:

  • Gibt es im Team einen Kollegen, der sich  Chancen auf die Position ausgerechnet hat und der womöglich „ältere Rechte“ hätte? Mit diesem Kollegen ist als erstes zu sprechen und zu klären, ob und wie er mit der Entscheidung leben kann.
  • Mit dem Team in einem Workshop erarbeiten:
    • Welche Arbeitsbehinderungen kennen wir?
    • Welche Themen wollen und können wir als erstes angehen?
    • Wie sehen Lösungen dieser Arbeitsbehinderungen aus?
    • Was erwartet Ihr außerdem von mir?
  • Die Ergebnisse des Workshops ergeben den Leitfaden für die Arbeit des ersten halben Jahres. Damit ist eine gute Basis für erste Erfolge gelegt.
  • Es gilt auch, sich neu abzugrenzen.

Die bisherigen Kollegen werden versuchen, keine Distanz aufkommen zu lassen. Das ist eine Rückversicherung, um in brenzligen Situationen nicht scharf kritisiert zu werden (oberer Bildausschnitt, die wir als emotionale Zusammenarbeit bezeichnen). Es gibt Mitarbeiter, die sehr schnell nach mehr Gehalt fragen, wenn und solange die emotionale, kollegiale Ebene noch vorhanden ist. Für den neuen Chef  ist das ein Tabu-Thema für mindestens sechs Monate. Zum neuen Rollenverständnis, das der neue Chef sich erarbeiten muss, gehört eine professionelle Distanz zu den Mitarbeitern. Das braucht Zeit! Findet wiederum die Abgrenzung zu scharf und zu deutlich statt, erkennen die ehemaligen Kollegen ihren neuen Chef gar nicht mehr wieder. Daraus werden dann womöglich Konflikte entstehen.